Mobbing am Arbeitsplatz, Mobbingtagebuch

Was ist Mobbing am Arbeitsplatz?

Mobbing am Arbeitsplatz liegt vor, wenn systematisch die Psyche und die soziale Geltung eines Menschen angegriffen werden. In der Regel handelt es sich um einen längeren Prozess, in dem jemand über einen längeren Zeitraum immer wieder offen oder verdeckt gedemütigt wird. Die einzelnen Demütigungen sind dabei zuweilen eher geringfügig und erst in der Summe ergibt sich ein massiver Angriff auf die Persönlichkeit.

Rechte bei Mobbing am Arbeitsplatz

Bei Mobbing am Arbeitsplatz können für das Mobbingopfer verschiedene Rechte entstehen. Insbesondere:

  • Recht auf Schutzmaßnahmen des Arbeitgebers
  • Schadensersatzansprüche
  • Recht auf Zurückhaltung der Arbeitsleistung
  • Recht zur außerordentlichen Kündigung
    • erfordert in der Regel eine Abmahnung gegenüber dem Arbeitgeber
    • Risiko: Sperrzeit beim Arbeitslosengeld

Welche Rechte im Detail entstanden sind und geltend gemacht werden sollten, sollten Sie ggf. mit einem Rechtsbeistand klären.

Mobbingtagebuch

Mobbing am Arbeitsplatz setzt sich in der Regel aus zahlreichen einzelnen Handlungen und Vorfällen zusammen, die einzeln betrachtet vielleicht sogar geringfügig erscheinen können. Im Streitfall muss das Mobbingopfer diese Vorfälle konkret benennen. Je mehr und je konkreter, desto besser. Deshalb sollten Sie stets als erste Maßnahme ein Mobbingtagebuch führen, in dem alle Vorfälle detailliert notiert werden. Nämlich

  • Wann (Datum und Uhrzeit)?
  • Wo – genauer Ort, also in welchem Raum oder wo auf welchem Gelände?
  • Wer war Täter?
  • Was genau ist geschehen? Bei Beleidigungen den Wortlaut notieren!
  • Zeugen: Wer war dabei oder konnte den Vorfall beobachten?
  • Welche sonstigen Beweismittel gibt es (z.B. E-Mails, Fotos, Post-it …)
  • Welche konkreten Folgen hatte der konkrete Vorfall und welche eigene Reaktion löste er aus? Hier sollen auch Gefühle und körperliche Folgen notiert werden und welche Zeugen oder Beweismittel es für die Folgen gibt (z.B. Familienmitglieder, Freunde, Arzt…).

Neben der Dokumentation und der Beweissicherung hilft ein Mobbingtagebuch oft, um die Vorfälle selbst besser zu verstehen und die eigenen Gedanken besser zu ordnen.

Muster für ein Mobbingtagebuch

Für die hier eingestellten Muster sind im pdf-Format. Dafür benötigen Sie den Acrobat Reader, der auf den meisten PCs vorhanden ist oder umsonst bei Adobe heruntergeladen werden kann. Ein Muster für ein Mobbingtagebuch finden Sie hier: Mobbingtagebuch-Vorlage

Ein Beispiel, wie eine Schilderung von Mobbingvorfällen im Tagebuch aussehen könnte, finden Sie hier: Mobbingtagebuch-Beispiel.

Weitere Hilfen bei Mobbing am Arbeitsplatz

Ein Mobbingprozess kann psychisch extrem belastend sein. Scheuen Sie sich nicht, den Rat erfahrener Menschen auf psychologischem Gebiet einzuholen. Solchen Rat finden Sie zum Beispiel bei psychosozialen Diensten. Eine Übersicht finden Sie z.B. auf den Seiten der Stadt Stuttgart hier.

Die Beratung der Stadt Stuttgart bei Diskriminierung finden Sie hier.

Einzelne Demütigungen am Arbeitsplatz

Neben dem langanhaltenden Mobbing gibt es zuweilen eine einzelne schwerwiegende Demütigung einer Arbeitnehmerin / eines Arbeitnehmers, die alleine ausreicht, um Arbeitnehmerrechte wegen Schikane auszulösen, z.B. Schläge oder eine sehr extreme, schwerwiegende Beleidigung. In extremen Fällen kann das für eine fristlose Kündigung ausreichen und sogar Schadensersatzpflichten des Arbeitgebers auslösen. Lassen Sie sich vor einer Kündigung zur Sicherheit rechtlich beraten oder fragen Sie bei der Agentur für Arbeit, damit Sie keine Sperrfrist beim Arbeitslosengeld bekommen.

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